Ich werde dich besuchen, ganz sicher. Jawoll.


Foto @Daniel Schweitzer
Foto @Daniel Schweitzer

Ein Clown betritt die Bühne. Ein Clown mit roten Hosen und Schuhen, die nicht wirklich zu groß, aber groß sind. Ein Clown mit grauen Haaren und einer roten Nase. Doch etwas ist anders, etwas ist neu. Denn der Clown ist eine Clownin. Sie nennt sich Aphrodite und spricht über den Tod. Sie erzählt von der letzten Zeit mit der Freundin, die im Hospiz gestorben ist. Vor allem aber im Hospiz lebte. 

 

Das Stück "Gemische Gefühle" in dem Ida-Maria Paul, als Clownin - distanziert - eine Lebensendsituation betrachtet, wurde am gestern im Stadtmuseum in Halle aufgeführt. Anlässlich des Welthospiztages unter dem Motto "Weil Du wichtig bist" lud das Hospiz Halle zu dieser Veranstaltung, um zu zeigen, was Hospiz eigentlich sein kann. 

 

Das Stück beginnt mit dem festen Vorhaben, die Freundin, die sich für das Hospiz entschieden hat, zu besuchen. Ganz sicher. Irgendwann. Doch die Zeit vergeht und die Fragen und Ängste halten die Gesunde von der Kranken fern. Irgendwann jedoch wagt sie den großen Schritt über die Schwelle und entdeckt das Leben im Hospiz. Die Freundinnen machen Strandurlaub am Gartenteich, reden, weinen und sind gemeinsam wütend. Vielleicht haben sie auch heimlich nachts Pfannkuchen in der Hospizküche gebacken. Am Ende geschieht, was von Anfang an im Raum stand. Auch wenn die "Hoffnung auf Verlängerung" immer da ist, stirbt die Freundin und verschwindet aus der materiellen Welt. 

 

Ida-Maria Paul ist ausgebildete Clownin und tritt in Altenheimen und Hospizen auf, geht auf die Bewohner und Bewohnerinnen zu und bringt Leichtigkeit in deren Alltag. Jedoch nur, wenn diese das wollen, wenn sie den Zugang findet. Sie spürt, was möglich ist, was gewünscht ist. Sie begegnet den Menschen empathisch und offen, neugierig und zugewandt. Ida-Maria Paul hat bereits vier Stücke inszeniert, die so gar nicht zu dem passen, was man von jemandem mit einer roten Nase erwartet. In ihrem ersten Stück ging die Clownin den Weg der Trauer. Das ist ein bisschen Pierrot meint man. Doch je mehr man zulässt, dass auch die Clownin traurig ist und Verlust empfindet, desto mehr erkennt man: Eine Clownin ist eben auch nur ein Mensch. 

 

Mehr Informationen zu Aphrodite gibt es auf ihrer Homepage www.aphrodite-clownin.de