Verleihung des Heinrich-Pera-Preises


Kathrin Dietl, Thomas Wüstner, Birgit Jahnel und Katharina Brederlow mit den Preisträgern.
Kathrin Dietl, Thomas Wüstner, Birgit Jahnel und Katharina Brederlow mit den Preisträgern.

Am 19. November 2019 wurde zum vierten Mal der Heinrich-Pera-Preis verliehen. Die Gewinnerinnen und Gewinner haben gemeinsam ein Projekt (Endlich.) auf die Beine gestellt, in dem Lehrpersonal sich mit dem Tod auseinandersetzt, um diese Thematik in Form von Projekttagen oder Wochen in der Schule zu besprechen.


Viele Gäste kamen am letzten Dienstag in den Saal der Christlichen Akademie in Halle, um der Preisverleihung im Gedenken an Heinrich Pera beizuwohnen.

Nachdem Dr. Liedtke, Ärztlicher Direktor des Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale), alle begrüßte, übergab er das Wort an Katharina Brederlow. Die Beigeordnete für Bildung und Soziales der Stadt berichtete, dass der Oberbürgermeister nur einen Tag zuvor die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen unterschrieben hatte. Auch sie selbst wolle ich sich als Vorsitzende der beiden städtischen Stiftungen im Bereich Altenpflege für die Umsetzung der Charta einsetzen.

Annika Majer war extra aus Köln angereist
Annika Majer war extra aus Köln angereist

Nach der Begrüßung hielt die ehrenamtliche Mitarbeiterin des Hospizes am St. Elisabeth-Krankenhauses, Annika Majer, einen Impulsvortrag. Die Ärztin in Ausbildung, die derzeit in Köln lernt, aber immer noch sehr mit Halle verbunden ist, sprach über das Fehlen der Sterbethematik in der öffentlichen Aufmerksamkeit und über ihre Arbeit mit Jugendlichen, denen sie einen Impuls zum offenen Gespräch über das Thema geben will. „Gegen den Tod, da helfen keine Floskeln“ sagte Frau Majer und berührte damit das gesamte Publikum.


Gegen den Tod helfen keine Floskeln ist sicher ein Satz, den die Preisträgerinnen Nicole Nolden und Kirsten Fay, die gemeinsam mit Prof. Dr. med. Raymond Voltz vom Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln und Dr. Birgit Weihrauch vom Deutschen Hospiz- und Palliativverband das Projekt „Endlich – Umgang mit Sterben, Tod und Trauer“ entwickelt haben. Die beiden Gründungsmitglieder und erfahrenen Trauerbegleiterinnen stellten ihren Ansatz kurz vor und zeigten einen Film über die Reaktionen von Lehrern und Schülern, die am Projekt teilgenommen haben.

Marco Tullner bei seiner Laudatio
Marco Tullner bei seiner Laudatio

Anschließend wurde den Ehrengästen die Heinrich-Pera-Medaille durch den Geschäftsführer des Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Thomas Wüstner überreicht.

 

Marco Tullner, Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalt hielt eine sehr persönliche Laudatio und wurde direkt gebeten, das Thema doch auch in der Bildungspolitik des Landes zu verankern.

 

Professor Voltz erwähnte in seiner Dankesrede, dass in dem Ort, in dem alles begann, in Königswinter, die Gemeinde durch einen regelmäßigen Kurs zum Thema enger zusammen gewachsen sei.


So kann der Tod also viel für das Leben bedeuten. Das wusste auch schon Heinrich Pera.

Fotos: Ricarda Braun