Rückblick Podiumsdiskussion


Prof. Dr. Kielstein und Dr. Asperger im Gespräch mit Juliane Uhl
Prof. Dr. Kielstein und Dr. Asperger im Gespräch mit Juliane Uhl

Am 14. Oktober 2019 fand im Elisabethsaal des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara in Halle (Saale) eine Podiumsdiskussion mit dem Titel Sterben soll vorkommen statt. Das Hospiz am St. Elisabeth-Krankenhaus hatte anlässlich des Deutschen Hospiztages alle Interessierten eingeladen um über den Umgang mit dem Lebensende in Halle nachzudenken.

 

Geschäftsführerin Kathrin Dietl eröffnete den Abend mit einem Hinweis auf die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen eröffnet. Das Hospiz setzt sich stark für die Anerkennung, das Bekanntwerden und natürlich die Umsetzung der Charta ein und bereitete auch die Unterzeichnung derselben durch die Stadt Halle vor.

 

Rainer Holl, Poetry Slammer aus Leipzig, eröffnete die Veranstaltung
Rainer Holl, Poetry Slammer aus Leipzig, eröffnete die Veranstaltung

Den kulturellen Beitrag des Abends leistete Rainer Holl mit einer besonderen Sicht auf den Tod. Der Poetry Slammer aus Leipzig trug einen Text über seine Sicht auf das Lebensende vor, in dem es um das Leben an sich, die eigene Oma und Schnaps ging. Ja, tatsächlich Schnaps. „Wo gestorben wird, da wird gesoffen“ beschrieb der Wortkünstler die Erinnerungen an frühere Sitten auf dem Dorf.

 

Nach diesem unterhaltsamen Einstieg diskutierten Dr. Walter Asperger, ehemaliger ärztlicher Direktor, Prof. Dr. Heike Kielstein, Direktorin des Institutes für Anatomie, Kathleen Weinhauer, Pflegedienstleiterin, Stefanie Klausing, Sozialarbeiterin und Ute Bartsch, Allgemeinmedizinerin mit der Moderation Juliane Uhl über die Frage, wie Sterben in Halle geht und wo es Besserungsmöglichkeiten gibt.

 

 

Die äußerst lebendige Diskussion drehte sich um die Punkte Menschlichkeit, Hierarchien, Werte und vor allem um den Aspekt der Zeit. Alle waren sich einig, dass gerade im medizinischen Komplex das Sterben wieder normalisiert und überhaupt zugelassen werden müsste. Doch Einigkeit herrschte auch, dass es wohl noch lange dauern würde, bis sich maßgebliche Änderungen einstellen. Um den Umfang mit Sterben und Tod zu verbessern, sei es vor allem wichtig, dass man sich dazu äußert, dass man als Angehöriger und auch als Betroffener selbst mehr fordert und dass das Sterben auch wieder mehr ein Thema von Freunden und Familien wird. Auch die Vernetzung von Studierenden mit dem Hospiz und mit Kliniken sei sehr wichtig.

 

Sterben und Tod sind Themen, die die Gesellschaft als Ganzes betreffen und bei denen es um ein Miteinander geht. In diesem Sinne erhielten zum Ende der Diskussion auch alle Anwesenden einen Saft oder einen Sekt, um miteinander auf das Leben anzustoßen. Der Abend endete mit einem fantastischen Blick auf den Mond und der Hoffnung, dass das gemeinsame Wirken weiterhin Früchte tragen wird.

 

Fotos: Christine Hertel